DIE UNBEKANNTEN LOFOTEN

Die Lofoten bedeuten für die meisten Besucher unberührte, atemberaubend schöne Natur und ein Fisch-Paradies. Auch von den Einheimischen wissen nur wenige, dass es hier Orte gibt, an den der Steinzeitalter-Mensch uns einen Einblick in seine mysteriöse Welt hinterlassen hat.

Auf der zu Røst gehörenden Felsen - und Vogelinsel Trenyken, 50 Meter über dem Meeresspiegel, liegt Helvete, eine von insgesamt vier Höhlen auf den Lofoten, in den rätselhaften Wandmalereien entdeckt wurden. In mittlerem Teil der insgesamt 100 Meter langen Höhle, an der Grenze zwischen Dunkelheit und Licht, sind sechs mit roter Farbe gezeichnete Bilder gefunden worden, die ungefähr 30 cm große, tanzende Menschenkörper mit gespreizten Beinen darstellen. Weiter im Inneren der Höhle befinden sich noch drei andere Abbildungen, die - wie Forscher annehmen - wahrscheinlich die Götter des Steinzeitalter-Menschen symbolisieren. Sie zeigen Figuren von unterschiedlicher Größe:
die eine ist ca.70 cm hoch, hat zwei Hörner anstelle des Kopfes, ausgestreckte Arme und neun Finger, fünf auf der rechten und vier auf der linken Seite. Die zweite, ca. 30 cm groß, ist platziert in der Mitte zwischen der ersten Figur und einer nur teilweise erhaltenen Zeichnung von einer dritten, die vermutlich ursprünglich der ersten ähnlich sah. Die Zeichnungen der Finger stellen ein Rätsel da, denn es ist nicht üblich für Höhlenmalereien, dass abgebildete Figuren mit vier Fingern auf der einer und fünf auf der anderen Hand dargestellt werden; allerdings fand man es auch bei Bildern der Götter in Borg, auf der Lofoten-Insel Vestvågøya und in Nascasletta in Peru.

Im Osten der Insel Austvågøy liegt die Vågan-Höhle. Drei Eingänge führen hinein ins Innere, das in mehrere Räume aufgeteilt ist. In der Nähe des mittleren Eingangs, genau dort wo die Dunkelheit ins Licht übergeht, finden wir einmal wieder einige mit roter Farbe gemalte Figurenbilder. Eine Ähnlichkeit mit den Höhlenmalereien auf Røst fällt hier insofern auf, als die Figuren mit Hörnern gezeichnet wurden. Allerdings fehlen hier die deutlich bei Helvete-Malereien erkennbaren Finger.

Nur mit Boot erreichbar ist Sand, ein Ort im Südwesten von Værøy. In einer steilen Felsenwand liegt die 30 Meter hohe Höhle Repphellaren. Auf den Wänden auf beiden Seiten des schmalen Eingangs sind insgesamt acht mit roter Farbe gezeichnete Bilder mit Menschenmotiven gefunden worden. Die ca. 50 cm großen Figuren unterscheiden sich mit ihren runden Köpfen von den Befunden auf Røst und Austvågøy; weiterhin zeichnet drei von ihnen eine verlängerte Führung der Körperlinie aus, die einer aus anderen Orten mit Höhlenmalereien bekannten Phallusmarkierung entspricht.

Die größte Höhle in Norwegen, in der Wandmalereien entdeckt worden sind, ist die Refsvikhula - auch als Kollhellaren bekannt - auf Moskenesøy; auf der äußersten Seite der Lofoten. Sie ist die einzige von insgesamt vier Höhlen auf den Inseln, die zur Besichtigung freigegeben wurde. Mit ihren 115 Metern Tiefe und über 50 Metern Höhe wird sie auch als "Natur-Kathedrale" genannt. Die Öffnung ist 12 Meter breit, der Mittelgang erstreckt sich über 100 Meter in den Felsen hinein mit zwei Seitengängen von 20- und 40 Meter Länge.
Die 28 Bilder sind verteilt an drei verschiedenen Stellen. Eine kohlenschwarze Dunkelheit umhüllt das Höhleninnere; daher werden die Steinzeitaltermalereien "Menschen in Dunkelheit" genannt. Es sind 30- bis 40 cm große, schätzungsweise 3000 Jahre alte Bilder, die Menschenkörper mit gespreizten Beinen und Armen und runden, gesichtslosen Köpfen darstellen; gezeichnet mit roter Farbe auf Wänden der äußersten Höllengänge. Wenn im Sommer die Mitternachtssonne direkt in den Hölleneingang scheint und ihr rötliches Licht die rätselhaften Abbildungen leuchten lässt, ergibt sich eine unvergessliche, geradezu magische Stimmung.
Die Besichtigung der Höhle unterliegt strengen Regeln. Der Besuch ist nur in Begleitung eines autorisierten Fremdenführers gestattet und ausschließlich in kleinen Gruppen. Das Berühren der Wände und Fotografieren sind verboten; lediglich dem Begleiter ist es erlaubt, eine Lampe zu benutzen. Eine Wegabweichung in die inneren Höhlengänge ist untersagt; generell tragen die Besucher die Verantwortung für ihre eigene Sicherheit.

Außerhalb von Lofoten sind Steinzeitmalereien noch auf sieben anderen Stellen in Nordnorwegen gefunden worden. Die meisten wurden entdeckt nach 1980 und Forscher rechnen damit, dass noch mehrere existieren. Von insgesamt 97 Bildern sind es 87 Menschenmotive, fast alle in der gleichen Größe und Farbe, und mit der analogischen, einfachen Zeichenführung. Eine weitere Ähnlichkeit ist, dass die Zeichnungen scheinen gezielt auf ausgesuchten Stellen in den Höhlen platziert worden zu sein, auf den die Dunkelheit ins Licht übergeht. All das bildete Grundlagen für Deutungen und Vermutungen über möglichen ideologischen oder religiösen Gemeinsamkeiten zwischen Steinzeitmenschen in Nordnorwegen.

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